In der Debatte über eine härtere Abschiebepraxis mahnt der evangelische Migrationsexperte Manfred Rekowski, bei allen Maßnahmen die Menschenrechte zu achten. "Grundsätzlich gehört zu einem rechtsstaatlichen Verfahren auch, dass eine getroffene Entscheidung - also die Ablehnung eines Asylantrags - umgesetzt wird, wenn sie rechtlich und humanitär vertretbar ist", sagte er dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Düsseldorf. Über das Wie müsse politisch diskutiert und entschieden werden.
Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) hält nichts davon, Christen als Zuwanderer zu bevorzugen. Anders als bei Flüchtlingen dürften für Zuwanderer zwar Auswahlkriterien angewandt werden, diese richteten sich "in der Regel aber nicht nach Religionszugehörigkeit oder der Abstammung aus bestimmten Kulturräumen", sondern orientierten sich an der beruflichen Qualifikation.
Zum Integrationsgipfel der Bundesregierung hat Merkel für Mittwoch rund 120 Teilnehmer ins Kanzleramt eingeladen. Neben mehreren Bundes- und Landesministern sind Vertreter der Parteien, der Wirtschaft, der Medien, der Polizei und von Migrantenorganisationen dabei. Es soll um die drei Schwerpunktthemen Bildung, Arbeitsmarkt und Integration vor Ort gehen.
Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat die Pläne der Bundesregierung begrüßt, die Anerkennung von im Ausland erworbenen Bildungsabschlüssen zu erleichtern.