Die Täuferbewegung hatte nicht nur bei den Reformatoren Luther und Zwingli einen schlechten Ruf, bis heute fällt das Urteil der meisten Theologen negativ aus. Der Göttinger Kirchenhistoriker Thomas Kaufmann plädiert für eine differenziertere Betrachtungsweise.
Der Kirchenhistoriker Thomas Kaufmann (Göttingen) hat die Vorwürfe des Theologischen Vizepräsidenten des Kirchenamtes der EKD, Thies Gundlach, zurückgewiesen, die evangelischen Theologen beteiligten sich nicht...
Die Kirchenspaltung in der Reformationszeit vor 500 Jahren hätte aus Sicht des Göttinger Kirchenhistorikers Thomas Kaufmann unter bestimmten Umständen vermieden werden können. "Wäre es gelungen, Luther innerhalb der römischen Kirche zu halten, dann hätte sich die Geschichte des Christentums seit dem 16. Jahrhundert völlig anders entwickelt", sagte Kaufmann dem Evangelischen Pressedienst (epd). Stattdessen habe der Papst den kritischen Mönch und Professor Martin Luther (1483-1546) zum Ketzer erklärt und exkommuniziert.