An Gründonnerstag und Karfreitag dürfen die Bundesländer weiterhin Tanzverbote anordnen. Die Berufsausübungsfreiheit werde nicht verletzt – ebenso nicht die negative Religionsfreiheit von Nichtchristen.
Die evangelische Pastorin und Influencerin Ina Jäckel hält ein staatlich verordnetes Tanzverbot nicht unbedingt für nötig, um den Karfreitag zu schützen. Ihr Vorschlag: "weniger vorschreiben und mehr einladen."
Die Theologin und Ethikerin Petra Bahr hat das Tanzverbot an stillen Feiertagen wie dem Karfreitag verteidigt. Dies sei ein wichtiges kulturelles Zeichen.
Tanzen verboten! Das gilt per Gesetz deutschlandweit am Karfreitag. Für die Kirchen stehe in dieser Debatte viel auf dem Spiel, meint der Theologe Alexander Maßmann.
Das Bundesverfassungsgericht hat den strikten bayrischen Feiertagsschutz des Karfreitags gekippt. Damit hat das Gericht der Verfassungsbeschwerde einer Münchner Weltanschauungsgemeinschaft gegen die teilweise Untersagung einer Karfreitags-Veranstaltung im Jahr 2007 nun stattgegeben.
Am Karfreitag sind vielerorts öffentliche Tanz- und Sportveranstaltungen verboten. Ist das zeitgemäß? Ja, sagt Traugott Schächtele, Prälat für den Kirchenkreis Nordbaden. Michele Marsching, Vorsitzender der Piraten im Landtag NRW, widerspricht.
Der Vizepräses der rheinischen Kirche Christoph Pistorius fordert, auch für Juden und Muslime stille Feiertage einzurichten. Gegenüber der Rheinischen Post nannte Pistorius als Beispiele das muslimische Opferfest und der jüdische Feiertag Jom Kippur.
Die sogenannten Stillen Feiertage in Bayern werden kürzer. Der Landtag in München stimmte am Dienstagabend einem Gesetz zu, das den Feiertagsschutz neu regelt. Er beginnt nun erst um zwei Uhr morgens statt wie bisher um Mitternacht.