Vor allem an Martin Luthers Lehre von der Rechtfertigung des sündigen Menschen vor Gott entzündete sich vor 500 Jahren die Reformation der spätmittelalterlichen Kirche. Dieser Gegensatz gilt heute nicht mehr.
Es ist ein Höhepunkt des 500. Reformationsjubiläums: In Wittenberg
haben sich die Weltbünde der Lutheraner und Reformierten auf dem Weg zu mehr Einheit zwei historische Ökumene-Erklärungen unterzeichnet.
Papst Franziskus hat der Wochenzeitung "Die Zeit" ein Interview gegeben – das erste für ein deutsches Medium. Dabei bekannte er, dass er als Glaubender auch zweifle und fehlbar sei. Auf die Fragen, ob er an die Existenz des Teufels glaube und ob Gott Adolf Hitler verzeihen werde, antwortete er ebenfalls.
Die Kulturwissenschaft hat sich Martin Luthers bemächtigt und blendet bei der Darstellung der Reformation die Religion aus, stellt der Kirchengeschichtler Volker Leppin fest. Luther sei jedoch nur mit Theologie zu verstehen.
Eine Auseinandersetzung über das Bibelverständnis in der evangelischen Kirche hält der Präses des pietistischen Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes (Vereinigung Landeskirchlicher Gemeinschaften), Michael Diener, für unbedingt notwendig.
Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat einen Grundlagentext zum Reformationsjubiläum im Jahr 2017 veröffentlicht. Anliegen der Schrift sei es, "wesentliche theologische Einsichten der Reformationszeit im aktuellen Kontext zu erläutern", so der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider.