Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) kritisiert die von deutschen Politikern signalisierte Bereitschaft, dass sich Deutschland bei internationalen Konflikten aufgrund seiner Größe und Verantwortung militärisch stärker einbringen soll.
Der anglikanische Theologe Paul Oestreicher hat die Kirchen dazu aufgerufen, sich unmissverständlich gegen den Einsatz jeder militärischen Gewalt einzusetzen. "Ich schäme mich, zur Kirche zu gehören, die nicht auf Jesus gehört hat und noch immer nicht auf ihn hört", sagte der ehemalige Leiter des Versöhnungszentrums im englischen Coventry bei einer Tagung in Bremen. Das Leitbild von Jesus sei Gewaltlosigkeit, die Kirchen hingegen" dienten auch den Nationen und der Macht", kritisierte der 80-Jährige.
Die Aussagen der Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr sind bei Regierung und Opposition auf zum Teil scharfe Kritik gestoßen.
Am 29. November entscheidet die Schweiz per Volksentscheid über die Waffenexporte ihres Landes. Mehrere prominente Schweizer Christen haben bekannt gegeben, die Volksinitiative "Für ein Verbot von Kriegsmaterial-Exporten" zu unterstützen.
Während Christen in der Schweiz leidenschaftlich über die Minarett-Initiative streiten, die am 29. November zur Abstimmung steht, findet die gleichzeitige Abstimmung über Kriegsmaterialexporte weniger Beachtung.