Zu streng – zu lasch: Wo sollen sich Christen einordnen? Dieses Spannungsfeld sorgt in Gemeinden für Diskussionen und Trennungen. Pastor Ulrich Müller zeigt an einem Drehmomentschlüssel einen Weg zur Lösung.
Der katholische Prälat Felix Bernard hat sich gegen einen Feiertag am 31. Oktober zum Reformationsgedenken in Niedersachsen ausgesprochen. Das Datum erinnere immer noch primär an die Kirchenspaltung und sei deshalb als Feiertag nicht geeignet, so Bernard in einer Anhörung im Innenausschuss des niedersächsischen Landtages. Der evangelische Landesbischof Ralf Meister reagierte irritiert über diese Einschätzung.
Die Kirchenspaltung in der Reformationszeit vor 500 Jahren hätte aus Sicht des Göttinger Kirchenhistorikers Thomas Kaufmann unter bestimmten Umständen vermieden werden können. "Wäre es gelungen, Luther innerhalb der römischen Kirche zu halten, dann hätte sich die Geschichte des Christentums seit dem 16. Jahrhundert völlig anders entwickelt", sagte Kaufmann dem Evangelischen Pressedienst (epd). Stattdessen habe der Papst den kritischen Mönch und Professor Martin Luther (1483-1546) zum Ketzer erklärt und exkommuniziert.