Während die Wirtschaft in Deutschland seit Jahren wächst, hat sich die Zahl der Bedürftigen bei den Tafeln in den vergangenen 10 Jahren verdoppelt. Rund 1,5 Millionen Menschen werden regelmäßig unterstützt - und der Bedarf ist noch höher, betont der Vorsitzende Jochen Brühl.
Die Tafeln unterstützen täglich Menschen mit Lebensmitteln – und begegnen so der sozialen Ungleichheit. Jochen Brühl, Vorsitzender des Tafel- Dachverbands, sprach mit dem Männer-Magazin MOVO über Ehrenamt, Armutsbekämpfung und was das mit seinem Christsein zu tun hat.
Bislang 40 Berliner Restaurants bieten ab 1. November täglich eine "Suppe mit Sinn" zugunsten der Berliner Tafel an. Zum Auftakt der Kampagne kocht der Sternekoch Marco Müller im «Rutz» eine Suppe, von deren Verkaufserlös jeweils ein Euro an die Berliner Tafel geht.
Sozialverbände verfolgen die Gründung immer neuer Tafeln in Deutschland mit Sorge. Das ehrenamtliche Engagement für die Verteilung überflüssiger Lebensmittel an Bedürftige sei anerkennenswert, doch auch ein unfreiwilliger Beleg für eine verfehlte staatliche Sozialpolitik, kritisierte am Montag in Berlin ein neu gegründetes Aktionsbündnis.
Die Berliner Diakonie hat die wachsende Abhängigkeit armer Menschen von Tafeln kritisiert und eine Wende in der Sozialpolitik gefordert. "Die Tafeln entlassen Staat und Unternehmen aus ihrer Verantwortung", sagte die Direktorin des Diakonischen Werkes Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Susanne Kahl-Passoth, am Mittwoch in Berlin. Der Bundesverband Deutsche Tafel wies die Kritik zurück.
Der als Kritiker der "Tafel"-Bewegung bekannte Soziologe Stefan Selke hat die Hilfsvereine aufgefordert, nur unverkäufliche Lebensmittel zu verteilen und nicht ein breites Angebot von Waren an Arme auszugeben.